Projekt Seelenfrieden

Letztes Update: 28.03.2004

Jedenfalls für einen wichtigen Teilbereich des täglichen Lebens: Dem Schlaf.

Es gibt Wecker-Uhren-Radio-Geräte, im folgenden WURG genannt und es gibt mich. Beides passt absolut nicht zusammen, denn es gibt da einige Dinge beim morgendlichen Aufwachen, die ich absolut nicht vertragen kann. Ich bin kein Mensch, der beim Aufwachen sofort bei vollem Bewusstsein ist. Das kann dauern.

Die sich die Entwicklung der WURGs noch in der Steinzeit zu befinden scheint, hier erst mal einige Kommentare dazu. Natürlich aus meiner sehr eingeschränkten Betrachtungsweise. Ich bin mir aber ziemlich Sicher, das es auch sehr viele andere Leidensgefährten gibt.

1. Das Wecken

Ich möchte nicht mit einem Knall geweckt werden. Der dadurch entstandene Schockzustand hält nämlich meistens bis zum Abend an. Das Ganze soll schön langsam abgehen, bzw. angehen.

Damit muß Schluß sein.

2. Das Wecken mit Musik

Wird mit Musik geweckt, dann sollte die Anfangslautstärke gering sein und sich dann bis zu einem bestimmten Pegel langsam erhöhen.

So etwas sollte man berücksichtigen.

3. Das Wecken mit Dauerton

Ein Dauerton, der aufhört, wenn ich ihn quittiere, ist vollkommen unbrauchbar, weil dann sofort die nächste Tiefschlafphase beginnt.

So etwas sollte man berücksichtigen.

4. Das Wecken mit Intervallton

Dann gibt es noch den Intervall-Weckton. Alle WURGs scheinen aber nur über eine feste Intervallzeit zu verfügen. Sie ist grundsätzlich nicht einstellbar und meistens so groß, das auch hier die Zeit ausreicht um wieder in der Tiefschlafphase zu landen. Ich möchte gerne eine variable Intervallzeit haben. Kurze Intervalle zur Weckzeit, die dann immer länger werden, je näher man dem Wachzustand kommt.

So etwas sollte man berücksichtigen.

5. Die Moderatoren

Das ständige Gebrabbel der Moderatoren. Und das Ganze auch noch meistens in doppelter Ausführung, weil einer alleine gar nicht mehr so viel reden kann. Mal ganz davon abgesehen, das meine Art von Humor eine andere ist als die der Moderatoren, habe ich immer mehr den Eindruck, das dass Gerede nur noch ab und zu von Musik unterbrochen wird.

Damit muß Schluß sein.

6. Die Werbung

Es gibt nichts schlimmeres, wenn man sich noch im Halbschlaf befindet. Für die Industrie ist das natürlich eine feine Sache. Da das Opfer noch schön entspannt ist, lässt sich die Botschaft sehr gut im Unterbewusstsein unterbringen.

Damit muß Schluß sein.

7. Das Licht

Wenn es im Schlafzimmer noch dunkel ist, soll die Nachttischlampe eingeschaltet werden. Aber nicht von 0 auf 40 Watt in einer Millisekunde. Meine Augen und mein Bewusstsein haben dann Schwierigkeiten. Ich vertrage nur einen Schock am Morgen, und der wird in der Regel schon vom WURG ausgelöst.

Damit muß Schluß sein.

8. Das nächtliche Aufwachen.

Ich möchte immer gerne wissen, wie spät es ist. Um das herauszufinden gibt es zwei Möglichkeiten. Ich gucke auf die Uhr oder der WURG sagt mir die Zeit an. Beides scheint ein Problem zu sein. Um auf die Uhr zu gucken, braucht man Licht. Der Knopf dafür ist aber immer so klein, das beim WURG meistens alles mögliche passiert, und die Lichtflut der Nachttischlampe vertrage ich in diesem Moment meistens auch nicht. Eine Zeitansage ist mir bisher noch nie untergekommen. Es gibt zwar einige WURGs, die so etwas können, aber der restliche Funktionsumfang beschränkt sich dann nur noch auf einen Piepton.

Das geht so nicht.

Angebracht wäre ein dezente Beleuchtung oder Ansage, die auf Handbewegung reagiert.

9. Die Aussentemperatur

Ich will wissen, wie kalt es da draußen in der bösen Welt ist. Im Winter möchte ich nämlich gerne etwas früher geweckt werden, um noch Zeit zu haben das Eis vom Auto kratzen. Außerdem hat man hier noch mit einem Naturgesetz zu kämpfen: Die Bereitschaft aufzustehen ist um so geringer, je tiefer die Außentemperatur ist. Die Temperatur im Schlafzimmer interessiert mich überhaupt nicht, die spürt mal unmittelbar beim Anheben der Bettdecke.

So etwas sollte man berücksichtigen.

10. Die Batterie

WURGs arbeiten in der Regel mit Strom aus der Steckdose. Deutschland verfügt zwar über eines der sichersten Stromnetze, aber Ausfälle gibt es trotzdem. Sie gibt es immer dann, wenn ein sehr wichtiger Tag ansteht. Es sollte also eine Batterie eingebaut sein, die für eine begrenzte Zeit die wichtigsten Funktionen des WURG übernehmen kann. Viele WURGs haben gar keine. Und wenn doch, ist sie meistens nicht in Ordnung oder sie ist so dimensioniert, das sie nur eine Stunde durchhält. Warum reicht die Kapazität nicht aus um 10 Stunden zu überbrücken? Warum kann ich nichts über den Ladezustand erfahren um notfalls die Akkus oder die Batterien auszuwechseln?

Damit muß Schluß sein.

Was kann man machen?

Wie muss eine System aussehen, das diesen Wünschen gerecht wird, bzw. diese Unzulänglichkeiten abschafft?

1. Anzeige

LCD

1.1 Uhrzeit

Schön groß, damit man nicht erst die Brille aufsetzen muss.

1.2 Temperatur

Außentemperatur, z.B. über ein Funk-Temperatur-Sensor-Modul

1.3 Sender

Name des Radiosenders und programmierbare Stationstasten.

1.4 Weckzeit

Einstellbare Weckzeit.

1.5 Licht

Keine Hintergrundbeleuchtung. Sie stört und ist meistens so schwach, das man die vielen kleinen Knöpfe nicht mehr sehen kann. Ideal wäre eine LED, deren Helligkeit vom Umgebungslicht gesteuert wird und das Ganze am Ende eine Schwanenhalses.

2. Funktionen

2.1 Einschlafen

Radio einschalten mit Anfangslautstärke. Dauer der Musik einstellen. Sind die letzten 20% erreicht, dann wird die Lautstärke langsam bis 0 heruntergefahren.

Licht einschalten. Nach T1 Minuten das Licht langsam bis T2 Minuten auf 0 herunterdimmen (simulierter Sonnenuntergang).

2.2 Wecken

Bei Temperaturen unter Null 10 Minuten früher Wecken.

Unterscheidung zwischen Werktags und zusätzlich Samstag und/oder Sonntag.

Eine zweite Weckzeit ist zwar Beeindruckend, aber vollkommen überflüssig.

2.2.1 Wecken mit Musik

Bis Minute T1 wird die Lautstärke langsam hochgefahren. Ab Minute T2 wird die Musik ausgeschaltet.

2.2.1.1 Radio

Um das Geplapper der Moderatoren und die Werbung zu umgehen, kann eine Eigenart der Radiosender ausgenutzt werden. Nachts, wenn alle Schlafen, gibt es fast nur Musik und zur vollen Stunden die Nachrichten. Es kann also ohne weiteres zur Zeit T2 ein Sender aufgezeichnet werden, der dann zur Weckzeit abgespielt wird. Da sich die Nachrichten in der Zeit von Nachts bis zum Wecken in der Regel nicht ändern, braucht auch nicht auf Aktualität verzichtet werden.

2.2.1.2 Eigene Musik

Abspielen der Musik von einer FlashCard.

2.2.2 Wecken mit Alarmton

Der Abstand zwischen den Pieptönen erfolgt logarithmisch, beginnend bei 30 Sekunden.

Alarm 30s Alarm 1min Alarm 2min Alarm 4min Alarm 8min, usw.

Der Abstand zwischen den Pieptönen erfolgt linear.

Alarm 1min Alarm 1min Alarm 1min, usw.

Die Abstände zwischen den Alarmtönen sind einstellbar.

2.2.3 Wecken mit Licht

Die Nachttischlampe wird über einen Dimmer bedient. Bei der Weckzeit wird das Licht langsam bis zur Zeit T1 hochgefahren (simulierter Sonnenaufgang).

Alle drei Weckmöglichkeiten sollten kombinierbar sein.

2.3 Uhrzeit

Ansage der Uhrzeit durch eine Stimme, wenn der Sensor aktiviert wird.

2.4 Bedienung

Da das Ganze wohl nicht ohne Mikrocontroller zu machen ist, gibt es eine Menüführung über einige wenige Tasten.

2.5 Alarmquittierung

Entweder über eine Handbewegung und/oder ein schön grosser Not-Aus-Schalter, auf den man ordentlich draufhauen kann.

3. Sensorik

Wenn keine Weckzeit, dann Uhr beleuchten oder Uhrzeit ansagen (je nach Voreinstellung).

Wenn Weckzeit und Piepton, dann Quittierung des Alarms.

Wenn Weckzeit und Musik und Ansage aktiv, dann Zeit ansagen.

Einer der folgenden Sensoren kann eingebaut sein:

3.1 Berührung

Der Schwanenhals für die Beleuchtung könnte als Berührungssensor dienen. Wenn man blind mit der Hand in Richtung WURG tastet, erwischt man ihn bestimmt.

3.2 Ultraschall

Abstandssensor.

3.3 Infrarot

Reflex Lichtschranke, z.B. GP2D02

4. Sonstiges

4.1 Uhrzeit

Stellen der internen Uhr über Menü, RDS oder DCF77.

4.2 Notstrom

Ausreichend großer Akku mit integriertem Ladegerät und Anzeige für Ladekapazität.

4.3 Verstärker

Vier Watt sollten reichen. Der Weg bis zum Ohr ist hier nicht so weit.

Welche Komponenten sind erforderlich?

  1. Tastatur
  2. Anzeige
  3. Licht (Steuerung der Nachttischlampe)
  4. Notstromversorgung (Akku)
  5. Speicher (für Musikaufnahme)
  6. Beleuchtung (der Anzeige)
  7. Temperaturmessung
  8. Radio
  9. Alarm
  10. Sprache (Zeitansage)
  11. Verstärker
  12. Mikroprozessor
  13. Gehäuse
  14. Bedienung

Bemerkungen zur Konstruktion

Die einzelnen Elemente des Wurg werden modular aufgebaut, d.h. sie können auch benutzt werden, ohne das der gesamte Wurg notwendig ist. Die Module können dann über ihre jeweiligen Schnittstellen auch für andere Projekte eingesetzt werden.