8.1.7 Pyranometer PM1

Letztes Update 28.09.2003


8.1.7.1 Übersicht

8.1.7.1.1 Messung der Bestrahlungsstärke

Das gesamte Spektrum der von der Sonne emittierten Strahlung reicht von der kurzwelligen Röntgenstrahlung mit Wellenlängen kleiner 10nm bis hin zu langwelligen Mikro- und Radiowellenstrahlung mit Wellenlängen bis zu einigen hundert Metern. Das Emmisionsspektrum der Sonne entspricht dabei näherungsweise dem eines 'Schwarzen Strahlers' mit einer Temperatur von ca. 5800 Kelvin (gemessen durch Satelliten außerhalb der Erdatmosphäre).

Die gesamte von der Sonne abgestrahlte Leistung beträgt etwa Psol = 3,82*1026 W. Das Jahresmittel der Sonnenstrahlung auf eine am Außenrand der Erdatmosphäre senkrecht zur Sonne ausgerichteten Fläche wird als extraterristische spektrale Bestrahlungsstärke bezeichnet. Die Integration über alle Wellenlängen ergibt die Solarkonstante, deren Wert mit Eex = Psol / 4*Pi*R2 = 1368 W/m2 angegeben wird. Mit R = 149,1*109  und m = mittlerer Abstand zwischen Erde und Sonne.
98% der extraterrestrischen Sonnenstrahlung entfallen auf den Wellenlängenbereich 250 bis 4000 nm; und zwar:

  • Ultraviolettstrahlung 250 bis 400 nm (7 %)
  • Sichtbare Strahlung 400 bis 730 nm (42 %)
  • Infrarotstrahlung 730 bis 4000 nm (49 %)

Das Energiemaximum liegt bei 480 nm im grün-blauen Bereich des sichtbaren Lichtes. Die Bestrahlungsstärke der extraterrestrischen Sonnenstrahlung variiert im Laufe des Jahres um +/- 3,3%.

Bild 1

Meteorologisch bedeutsam ist der kurzwellige Spektralbereich von 300 bis 3000 nm, auf den etwa 96% der Sonnenstrahlen entfallen.

Beim Durchgang durch die Atmosphäre erfährt die Sonnenstrahlung eine Schwächung (Extinktion), die

  1. durch Streuung an den Luftmolekülen,
  2. durch Streuung und Absorption an Wolken- und Aerosolpartikeln und
  3. durch Absorption an Wasserdampf, Kohlendioxid, Ozon und anderen atmosphärischen Spurengasen

verursacht wird. Außerdem hängt die Extinktion der Sonnenstrahlung vom Sonnenstand ab, da mit diesem die durchstrahlte Luftmasse im Tages- und Jahresverlauf variiert. Ferner ist sie proportional zur Dichte der schwächenden Medien, die wiederum von der Höhe über dem Meeresspiegel und der Trübung der Atmosphäre abhängt.

Bild 2

Die am Boden empfangene Sonnenstrahlung wird Globalstrahlung genannt (Mittelwert im norddeutschen Raum ca. 1050 W/m2). Sie setzt sich zusammen aus der direkten, Schatten werfenden Sonnenstrahlung, die auf einer Ebene senkrecht zur Strahlungsrichtung aus dem Raumwinkel der Sonnenscheibe auftritt, und aus der diffusen Sonnenstrahlung, die aus der Himmelshalbkugel unter Ausschluß der Sonnenscheibe auf einer horizontalen Ebene empfangen wird. Bei tiefem Sonnenstand (etwa 10°) gelangen nur 1/3 und bei Sonnenständen von größer 50° rund 3/4 als direkte Sonnenstrahlung zur Erdoberfläche.

8.1.7.1.2 Das Meßprinzip

Die Pyranometer sind alle mit einem thermischen Detektor ausgestattet, da diese Detektorart auf die gesamte absorbierte Energie anspricht. Sie ist, was die spektrale Verteilung angeht, nicht selektiv. In letzter Zeit sind auf dem Markt einige Pyranometer aufgetaucht, die mit einer Solarzelle ausgerüstet sind. Diese Detektoren sind mit Vorsicht zu genießen, da der spektrale Bereich der Solarzellen in der Regel nur bis ca. 1200 nm reicht, während ein thermischer Detektor noch empfindlich gegenüber der langwelligen Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung > 3000 nm) ist.

Bei den industriellen Pyranometern wird die Strahlungsenergie über eine schwarz gestrichenen Keramikscheibe absorbiert. Die dabei entstehende Wärme fließt durch einen Wärmewiderstand zur Wärmeableitung. In der Regel zum Körper des Pyranometers. Der Temperaturunterschied über den thermischen Widerstand der Scheibe wird dabei durch Thermoelemente, die zu einer Thermosäule angeordnet sind, in eine Spannung umgewandelt.

Dieses Prinzip ist nur sehr schwer für einen Selbstbau umzusetzen, da die einzelnen Thermoelemente (bis zu 100 Stück) in Dickschichttechnik auf die Scheibe aufgedruckt sind. Da es aber in erster Linie auf den Temperaturunterschied ankommt, wird bei diesem Pyranometer die Temperaturdifferenz zwischen schwarzen und weißen Flächen gemessen. Als Sensoren werden Platin-Temperatursensoren benutzt, da sie leicht im Handel zu bekommen sind.

8.1.7.2 Schaltung

8.1.7.2.1 Differenzverstärker

Bild 3a

Der Sensor besteht aus acht Pt500 Temperatursensoren, die als Brücke geschaltet sind, wobei sich die Sensoren mit den weißen und den schwarzen Flächen jeweils gegenüber liegen (Bild 8). Die Brückenspannung wird durch den Instrumentationsverstärker INA125 verstärkt. Die Verstärkung liegt bei 200 und wird durch die beiden Widerstände R1 und R2 bestimmt. Laut Datenblatt berechnet sich die Verstärkung nach der Gleichung V = 4 + 60000 / R. Um eine Verstärkung von 200 zu erreichen ist ein Widerstand von 306 Ohm erforderlich. Da dieser Wert nicht Bestandteil der E12 oder E24 Reihe ist, kann R durch eine Parallelschaltung aus R1 und R2 zusammengesetzt werden. R1 parallel R2 = 680 parallel 560 = 307 Ohm. Der OP liefert auch gleichzeitig die benötigte Referenzspannung von 2,5V für die Meßbrücke. Da der OP mit einer Versorgungsspannung in einem sehr weiten Bereich arbeitet, wurde noch D1 als Verpolungsschutz spendiert. R4 und C2 wurden für den Fall vorgesehen, das die Ausgangsspannung einen 50Hz Filter benötigt.

8.1.7.2.2 Temperatursensor

Bild 3b

Ein zusätzlicher Temperatursensor wird aus zwei Gründen benötigt. Zum Einen, um das gesamte System berechnen zu können (siehe Abschnitt Kalibrierung) und zum Anderen für eine eventuell notwendige Temperturkompensation (auch nur aus Vorsicht, da noch keine Erfahrungen mit dem Bau von Pyranometern vorliegen).

Für den Temperatursensor wird ein weiterer Pt500 verwendet. Er ist ebenfalls auf der Sensorplatine untergebracht. Seine Fläche ist schwarz und sollte die gleiche Größe wie die der anderen Sensoren haben. Die Umwandlung in eine Spannung erfolgt über R5, also ein einfacher Spannungsteiler. Der Meßbereich soll von -15°C bis +50°C reichen. Bei der angegebenen Dimensionierung liegt U3 im Bereich von 1,416V bis 1,560V. Da dieser Bereich für einen ADC mit 12Bit Auflösung sehr eng ist, wird er durch IC1a noch entsprechend aufbereitet. Die Ausgangsspannung Ua2 berechnet sich dann nach folgender Gleichung Ua2 = U3 * 17,638 - 24,828. Das Ausgangssignal liegt dann im Bereich von 0,147V bis 2,687V. Die Parameter dieser Gleichung werden im Kapitel Kalibrierung erklärt.

8.1.7.3 Die Mechanik

Das ist eigentlich der knifflige Teil. Zum Einen, weil bei mechanischen Arbeiten die Verletzungsgefahr bei mir sehr hoch ist, und zum Anderen, weil absolut keine Erfahrungen vorlagen. Der einzige Hinweis bestand in einem Bild eines Sternpyranometers aus den Anfängen der Pyranometerentwicklung. Keinerlei Angaben über Größe und Masse der Sensorflächen.

Der erste Versuch bestand deswegen aus vier Kupferflächen von 16x16x1,5mm Kupferblech. Das entspricht einer Masse von 13,71g. Unter jeder Kupferplatte befand sich ein Pt1000 Sensor. Bild 4 zeigt das Verhalten dieses Sensors:

Bild 4

Die Reaktionszeit (95% des Endwertes) lag bei 240 Sekunden, also vollkommen inakzeptabel, da die industriellen Pyranometer im Bereich von 15 bis 30 Sekunden liegen. Die Sensorfläche wurde also neu aufgebaut. Diesmal mit kleineren Kupferflächen und doppelt so viel Sensoren. Diese Variante wird auch im Folgenden beschrieben. Die Masse liegt jetzt bei 2,45g und die Reaktionszeit in einem brauchbaren Bereich von 40 Sekunden.

Bild 5

Doch nun der Reihe nach:

8.1.7.3.1 Das Gehäuse

Benutzt wird ein Kunstsstoffgehäuse (ABS) aus der Euromas Serie von Bopla mit der Typenbezeichnung T210. Es entspricht der Schutzart IP67, d.h. es ist Staubdicht und Spritzwassergeschützt, bzw. geschützt gegen kurzzeitiges Eintauchen in Wasser. Regen sollte also kein Problem sein.

Bild 6

8.1.7.3.2 Die Abdeckung

Probleme sind eher bei der Abdeckung zu erwarten, denn irgendwie muß das Licht auf die Sensorfläche kommen, aber kein Wasser. Dazu wird eine durchsichtige Kunststoffhalbkugel benutzt, die in jedem Hobby-Bastelladen in allen möglichen Größen zu bekommen ist. Um die Brauchbarkeit zu testen, wurde die Halbkugel in ein Spektrometer gesteckt und die Transmissionskurve aufgenommen.

Bild 7

Für den Spektralbereich von 300 bis 3000nm ist eine gute Durchlässigkeit gegeben, so das dieser Kunststoff problemlos eingesetzt werden kann. Die kleine Einbuchtung ab 2800nm spielt keine Rolle mehr, da die Bestrahlungsstärke hier schon bei ihrem Minimum liegt. Leider konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, um welchen Kunststoff es sich handelt, d.h. es ist unbekannt, wie sich dieser Kunststoff gegenüber länger Bestrahlung mit UV-Licht verhält. Die Lebenserwartung der Halbkugel gegen Witterungseinflüsse sollte also nicht als zu hoch eingeschätzt werden. Die Befestigung im Deckel muß also so gewählt werden, das man sie notfalls nach 1 bis 2 Jahren austauschen kann. Die Dichtung zwischen Deckel und Halbkugel wurde deshalb mit ganz normalen UHU Klebstoff hergestellt, der sich ohne große Zerstörungen wieder entfernen läßt. Leider liegen noch keine Erfahrungen im Dauerbetrieb vor.

8.1.7.3.3 Die Sensorfläche

Das Pyranometer hat acht salmiförmige Sensorflächen. Sie bestehen nicht aus Lakritze, sondern aus 0,5 mm dicken Kupferblech. Die Salmis sind zu einem Stern angeordnet und abwechselnd mit schwarzer und weißer Farbe angestrichen.

Bild 8   Bild 9

In der Mitte der Platine befindet sich ein Stück dünnes Teppichklebeband. Auf diesem Band können die Salmis sehr schön zu einem Stern angeordnet werden. Sie sind dadurch noch nicht besonders fest fixiert, so das immer noch kleine Korrekturen möglich sind. Sie sollten so plaziert werden, das daß unterliegende Loch vollständig abgedeckt wird. Wenn alles schön angeordnet ist, wird jeder Salmi einzeln abgenommen, auf der Platine neben dem 5,5 mm großen Durchgangsloch ein Kleckser Atomkleber aufgebracht und der Salmi dann richtig angeklebt.

Bild 10  Bild 11

Die Platine wird umgedreht. Die Löcher sind jetzt alle durch die Salmis bedeckt. Nacheinander wird jetzt auf jede Kupferfläche ein Kleckser Atomkleber aufgetragen und der Temperatursensor aufgedrückt. Danach werden die Anschlüsse des Pt500 aufgelötet.

Als letztes werden die Kupferflächen abwechselnd mit schwarzer und weißer Farbe bestrichen. Die Farben sind matte Acrylfarben, wie sie in jedem Bastelladen zu bekommen sind.

In diesem Bild ist der zusätzliche Temperatursensor noch nicht enthalten. Er soll bei der nächsten Version in der Mitte der Salmis sitzen. Die Masse der Sensorflächen wird dadurch wieder etwas kleiner, so das die Reaktionsgeschwindig noch etwas höher werden wird.

8.1.7.3.4 Das Feuchteproblem

Hier liegen auch noch keine Erfahrungen vor. Da es sich jedoch um ein geschlossenes Gehäuse handelt, ist mit der Bildung von Tau unterhalb der Halbkugel zu rechnen. Eine erste Gegenmaßnahme ist der Einsatz von Silikagel. Manchmal findet man sie beim Kauf von elektronischen Geräten in der Verpackung. Das sind die kleinen Stoff- oder Kunststoffpäckchen.

Bild 12

Hier wurden die Kügelchen in eine Plastikschale eingefüllt. Die Plastikschale hat einen Durchmesser von 36mm und ist mit kleinen Löchern durchbohrt. Die Schale ist ebenfalls im Bastelladen erhältlich. Mit etwas Glück ist der Durchmesser gerade so groß, das er zwischen die Abstandsbolzen geklemmt werden kann. Ist das nicht der Fall, oder es werden die Stoffpäckchen eingesetzt, existieren auf der Zwischenplatine noch Bohrungen, so das der Behälter mit zwei Drähten fixiert werden kann.

8.1.7.3.5 Der Rest

Bild 13

Der Gesamtaufbau besteht aus 3 Platinen die über Abstandsbolzen miteinander verbunden sind. Das Ganze kann leider nicht in einem Stück in das Gehäuse gesetzt werden, da die Kabeldurchführung stört. Die Sensorplatine wird deshalb über Kabel mit der Elektronikplatine verbunden und die unteren Abstandsbolzen aufgeschraubt. Die Platine wird in das Gehäuse gesetzt und mit 6mm Blechschrauben befestigt. Als Kabeldurchführung wird eine PG7-Kabelverschraubung verwendet. Beim Bohren des Loches für die Kabelverschraubung muß man aufpassen. Der Durchmesser der PG7-Mutter beträgt knapp 20mm. Das ist genau der Abstand zwischen der Elektronikplatine und der Zwischenplatine. Die Bohrung muß also sehr genau sitzen. Lieber etwas höher bohren und auf der Gewindeseite des unteren Abstandbolzen noch eine oder zwei Sechskantmuttern schrauben. Man gewinnt dann in der Höhe noch 2 bis 6mm.

Jetzt wird das Kabel durch die Kabelverschraubung geschoben. Die Kabelenden sollten mit Kabelendhülsen versehen und in die Anschlußklemmen geschraubt werden. Für eine vernünftige Verbindung sollte das Kabel einen Durchmesser von 7mm haben. Bei mir ist es ein 5m Langes 12x0,14 LIYCY Kabel

Als nächstes werden dann die Abstandsbolzen auf die 2. Platine geschraubt, der Behälter mit dem Silikagel befestigt und die Platine mit M3 Schrauben auf die Abstandsbolzen der Elektronikplatine geschraubt.

Als letztes wird mit M3-Schrauben die Sensorplatine auf die Abstandsbolzen der Zwischenplatine geschraubt.

Und jetzt noch den Deckel auf das Gehäuse.

8.1.7.4 Steckerbelegung

Stecker ST2

Pin Aderfarbe Signal

1

braun Masse

2

rot Versorgungsspannung 5 bis 12 Volt

3

orange Ua1 = Ausgangsspannung Differenzsignal

4

gelb Ua2 = Ausgangsspannung Temperatursignal

5

grün Frei

6

blau Frei

7

  Schirm

8.1.7.5 Kalibrierung

8.1.7.5.1 Temperatursensor

Für die Berechnung der Temperatur aus dem Widerstandswert sind einige Angaben der Hersteller notwendig.

 Gl 1

Gleichung 1 beschreibt den Zusammenhang zwischen dem Widerstand ein Platinsensors und der Tempereatur mit den Parametern:

T = Temperautur in °C
A = 3,90802 * 10-3 in 1/°C
B = 0,580195 * 10-6 in 1/°C
R0 = Widerstand bei 0°C = 500 Ohm

Für die weitere Betrachtung muß Gleichung 1 aber umgestellt werden, um aus dem Widerstandswert die Temperatur zu berechnen (Gl 2), denn letztendlich soll aus einer gemessenen Spannung ja die Temperatur berechnet werden.

 Gl 2

Eine zusätzlich Angabe beschreibt zulässige Abweichung des Widerstandwertes.

Die verfügbaren Sensoren gehören der Klasse B an. Die zulässige Abweichung wird durch die Gleichung

dT = +/- 0,30 + 0,005 * T

beschrieben:

Der Sensor soll im Bereich von -15°C bis 50°C  arbeiten. Die größte Abweichung liegt auch bei der größten Temperatur. Nach der Gleichung ist das dT = +/- 0,30 + 0,005 * 50 = +/- 0,55°C. Für eine eventuelle Temperaturkorrektur soder einfache Anzeige ollte das reichen, so das auf eine Kalibrierung verzichtet wird.

Als erstes wird jetzt aus der Widerstandsänderung eine Spannungsänderung gemacht. Dies geschieht über einen einfachen Spannungsteiler mit R5. Die Spannung U3 berechnet sich dann nach der Spannungsteilereegel zu:

  Gl 3

Uref = 2,495 Volt (gemessen)
R5 = 358 Ohm (gemessen)

Wenn man jetzt mal -15°C und 50°C in Gleichung 1 einsetzt und die Widerstandswerte dann in Gleichung 3, bekommt man eine Übersicht über den Ausgangsspannungsbereich.

U3(-15°C) = 1,416 V
U3(+50°C) = 1,560 V

Um mit einem ADC eine vernünftige Auflösung zu erhalten wird dieser Bereich jetzt noch verstärkt. Der Verstärker ist IC1a mit seinen Widerständen R6, R7 und R8. Um seine Kennlinie zu bestimmen wird nach der Berechnung der Widerstände eine Eingangsspannung vorgegeben und die Ausgangsspannung gemessen. Für den Versuchsaufbau wurde folgendes Ergebnis ermittelt:

U3 [V] Ua2 [V] U3 [V] Ua2 [V]

1,400

0,041

1,520

1,981

1,420

0,221

1,540

2,334

1,440

0,572

1,560

2,689

1,460

0,928

1,580

3,041

1,480

1,272

1,600

3,396

1,500

1,624

   

Mit dem Verfahren der linearen Regression können daraus die Parameter der Kennlinie berechnet werden:

  Gl 4

C = 17,638182
D = -24.827855

Jetzt haben wir alle Gleichungen, um aus der gemessenen Spannung Ua2 die Temperatur zu bestimmen.

Dazu wird Gleichung 4 in Gleichung 3 eingesetzt und alles nach RT aufgelöst

  Gl 5

Jetzt wird Gleichung 5 in Gleichung 2 eingesetzt.

  Gl 6

Das sieht zwar schrecklich aus, ist aber für einen Rechner kein Problem.

Bild 14

8.1.7.5.2 Strahlungssensor

Das ist ein echtes Problem. Es werden deshalb erst mal drei Verfahren vorgestellt, von denen zwei relativ unsicher sind, und das sind gerade die beiden die jedem zur Verfügung stehen. Vielleicht fallen ja noch einigen anderen Lesern einige praktikable Methoden ein.

8.1.7.5.2.1 Verfahren 1: Vergleich mit einem kalibrierten Pyranometer.

Als Vergleichsgerät wurde ein CM11-Pyranometer aus der Firma verwendet. So ein Pyranometer steht natürlich nicht jedem zur Verfügung, aber es geht erst mal darum, die Funktionsfähigkeit des PM1 zu überprüfen.

Beide Geräte wurden parallel mit einem AD-Wandler erfaßt. Der Messzyklus liegt bei 5 Sekunden, die zu 5 Minuten Werten gemittelt wurden. Das folgende Bild zeigt die aufgenommenen Rohwerte in mV:

Bild 15

Die Werte wurden in Excel eingelesen, die Kurve des CM11 wurde mit seinen Kalibrierparametern in W/m2 umgerechnet, die rote Kurve mit einem Offset- und Scalewert versehen und diese beiden dann so lange verändert, bis die Kurven eine optimale Deckung erreichten. Daraus ergaben sich folgende Parameter:

E(PM1) = Rohwerte * M1 + A1

M1 = 0,375
A1 = 16,875

Das Ergebnis zeigt folgendes Bild

Bild 16

Das Ergebnis sieht erstaunlich gut aus und übertrifft alle meine Erwartungen. Jetzt noch ein paar Fehlerkurven.

Bild 17

Bild 18

Bild 19

Am Anfang der Kurve ist ein relativ hoher Fehler zu bemerken, der aber ausgenommen werden kann. Die Ursache liegt in der Aufstellung der beiden Pyranometer. Sie wurden etwas versetzt zu einer umgebenden Baumgruppe angeordnet. Das ist sehr schön aus Bild 20 zu erkennen. Am Anfang ist nur ein leichter Anstieg zu sehen. Die Sonne ist aufgegangen, aber noch hinter den Bäumen. Dann kommt ein steiler Anstieg. Die Sonne scheint jetzt durch die Bäume und erreicht die Pyranometer zu unterschiedlichen Zeiten, deshalb sind auch die Abweichungen zwischen den Signalen so groß. Aus der Fehlerbetrachtung können diese Werte also rausgenommen werden. Nach dem steilen Anstieg werden beide Sensoren voll von der Sonne getroffen. Zu Beginn ist noch eine Differenz zwischen den Signalen zu erkennen. Das liegt daran, das sich das Gehäuse des PM1 erst mal durchheizen muß. Das CM11 hat ein offenes Gehäuse und reagiert deshalb etwas schneller.

Bild 20

Der relative Fehler des PM1 gegenüber des CM11 liegt also im Bereich von ±2%. Die Fehlerangabe gegenüber der tatsächlich eingebrachten Bestrahlungsstärke fehlt leider im Manual des CM11.

Zeitachse Bild 14 bis Bild 19 ist UTC

Zeitachse Bild 20 ist MESZ

8.1.7.5.2.2 Verfahren 2: Kalibrierung durch Lichtquellen.

Ein erster Ansatz wäre, das Ausgangssignal für unterschiedlich starke Glühbirnen in unterschiedlichen Entfernungen zu messen. Vergleicht man diese Messwerte mit einem kalibrierten Pyranometer, lassen sich daraus vielleicht die Parameter M1 und A1 berechnen. Dieser Versuch wurde aber noch nicht durchgeführt. Das macht erst Sinn, wenn es einige Nachbauten gibt.

Eine weitere Möglichkeit wäre der Vergleich mit einer in der Nähe befindlichen Wetterstation, welche über ein Pyranometer verfügt. Man ist dann aber auf einen klaren Sonnentag angewiesen, weil eine Abschattung durch Wolken oder umgebende Häuser oder Bäume die Pyranometer zu unterschiedlichen Zeiten erreichen würde. Außerdem sollte immer ein ganzer Tagesverlauf aufgezeichnet werden. Die Parameter M1 und A1 können dann durch entsprechende Korrekturen in einer Tabellenkalkulation ermittelt werden.

8.1.7.5.2.3 Verfahren 3: Berechnung

Keine Ahnung.

Masse Kupfer = 2,45g

Fläche aller Sensoren = 5,49 cm2

Die Temperaturdifferenz zwischen den weißen und schwarzen Flächen konnte aus Ua1 und Ua2 berechnet werden und läßt sich durch folgende Gleichung darstellen:

dT [°C] = E [W/m2] * 0,00335 - 0,11996

Bild 21

Aus diesen Angaben kann auf jeden Fall schon mal die Wärmemenge berechnet werden.

Wärmemenge Q = c * m * (T2- T1) [J]

c = Spezifische Wärmekapazität des Kupfers = 383 J/kg/K
m = Masse des Kupfers = 0,00245 kg

Vielleicht kann mir hier Irgendjemand weiterhelfen.

8.1.7.6 Layouts

Layout 1 (300dpi)

Layout 2 (300 dpi)

Layout 3

Schaltplan (150 dpi)

8.1.7.7 Stückliste

Stückliste

8.1.7.8 Ergebnisse

Langzeitmessungen liegen leider noch nicht vor.

8.1.7.9 Weiterentwicklung

Für die weitere Entwicklung sind jetzt erst mal Langzeitmessungen notwendig. Es muß das Verhalten bei extremen Umgebungstemperaturen untersucht werden. Der Winter steht jetzt bevor, so das der unterer Temperaturbereich untersucht werden kann. Der Rest muß dann wohl bis zum nächsten Sommer warten.

Probleme könnten noch bei der geschlossenen Gehäusekonstruktion auftreten. Möglicherweise reichen die Maßnahmen zur Verhinderung des Feuchteproblems nicht aus, so das eine offene Gehäusekonstruktion notwendig ist (vielleicht reicht es ja schon völlig aus, ein paar Löcher in den Gehäuseboden zu bohren). Für die verwendeten Bauelemente wurden Typen für den industriellen Temperaturbereich gewählt. Sie sollten ohne Probleme arbeiten. Sollten trotzdem größere Abweichungen zum CM11 auftreten muß für das Ausgangssignal eine Temperaturkorrektur durchgeführt werden.